Vom 7. bis 9. September 2026 waren wir als Sponsor, Aussteller und Workshop-Partner bei der Fachtagung Dienstleistungsmanagement des BeB an der Hochschule Bochum dabei. Gastgeberin war die Diakonie Ruhr. Unter dem Motto „Alles im Wandel – und wir mittendrin“ kamen leitende Mitarbeitende aus der Sozialwirtschaft zusammen. Uns beschäftigen nach diesen drei Tagen vor allem zwei Fragen: Wie kommen Organisationen vom Gespräch ins Ausprobieren? Und wie entstehen dabei Lösungen, die sich sinnvoll in ihren Alltag einfügen?
100 Jahre Geschichte auf den Straßen von Bochum
Für das 100-jährige Bestehen der Inneren Mission – Diakonisches Werk Bochum im Jahr 2027 entwickeln wir eine interaktive Online-Stadtrallye. Gemeinsam mit Pfarrer Sven Pernak, dem theologischen Vorstand, haben wir das Projekt im Workshop vorgestellt.
Die Spielidee lässt sich mit „Pokémon Go trifft Wer wird Millionär“ beschreiben: Menschen steuern reale Orte in Bochum an, hören Geschichten und beantworten Quizfragen. Die digitale Schnitzeljagd funktioniert direkt im Browser, ohne App-Installation und ohne Registrierung. Sie ist für Einzelpersonen und Gruppen gedacht, beispielsweise Schulklassen und Konfirmandengruppen.
Dabei verbindet jede Station Geschichte mit Fragen an die Gegenwart. Die Teilnehmenden entdecken, wie Diakonie das Leben in Bochum geprägt hat und heute für Menschen da ist. Echte Bochumer Fotos bilden die Grundlage für Illustrationen, die wir mithilfe von KI in eine gemeinsame Bildsprache für das Spiel übertragen.
Besonders positiv aufgenommen wurde im Workshop der ganzjährige Nutzen: Einmal entwickelt, lässt sich die Stadtrallye während des gesamten Jubiläumsjahres immer wieder einsetzen. Neue Gruppen können sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten erleben. Für die Jubiläumskommunikation entstehen so wiederkehrende Anlässe, Menschen zu erreichen und die Arbeit der Diakonie sichtbar zu machen. Das schafft die Voraussetzung, dass sich der Entwicklungsaufwand über viele Begegnungen und Spielrunden hinweg auszahlt.
Was KI in der Zusammenarbeit verändert
Eine Nachfrage im Workshop galt dem Verhältnis von KI-Einsatz und klassischer Projektarbeit. Wir nutzen KI intensiv, um unsere agile Entwicklung zu beschleunigen und Qualitätsstandards konsequent umzusetzen. Fachliche Entscheidungen, Gestaltung, technische Umsetzung und Qualitätsprüfung greifen dabei ineinander.
Entscheidend sind kurze Iterationen mit funktionierenden Zwischenständen. Ein früher klickbarer Entwurf macht Abläufe und Gestaltung besprechbar. Beteiligte können ausprobieren, Rückfragen stellen und ihre Vorstellungen am konkreten Beispiel schärfen. So werden auch Missverständnisse und fehlende Funktionen früher sichtbar.
Sven Pernak ergänzte dazu die Auftraggeberperspektive: Das früh erlebbare Ergebnis habe die Vorstellungskraft für das fertige Produkt und damit die Motivation für das Projekt deutlich gefördert. Darin liegt für uns ein wesentlicher Nutzen dieser Arbeitsweise. Der Entstehungsprozess wird zu einer gemeinsamen Erfahrung, in der fachliches Wissen und konkrete Rückmeldungen die nächsten Schritte bestimmen.
Mitarbeiter-Apps brauchen Anschluss
In einem Gespräch über eine Mitarbeiter-App für das betriebliche Gesundheitsmanagement wurde eine weitere Herausforderung deutlich: Organisationen beschäftigen sich mit vielen spezialisierten Themen. Wenn jede Anwendung ihre Inhalte und Funktionen in einem abgeschlossenen System hält, entstehen schnell Insellösungen.
Eine Mitarbeiter-App kann deshalb als gemeinsamer Zugang zu unterschiedlichen Angeboten gedacht werden. Offene Schnittstellen ermöglichen es, spezialisierte Anwendungen einzubinden und Informationen zusammenzuführen. Welche Daten und Funktionen dabei tatsächlich verbunden werden können, wird anhand der beteiligten Systeme geklärt.
Unsere Lösungen sind grundsätzlich schnittstellenoffen angelegt. So erhalten Spezialisierungen ihren Platz, während die Organisation einen zusammenhängenden Zugang schaffen kann. Eine hilfreiche Frage vor dem nächsten App-Projekt lautet deshalb: Welche bestehenden Angebote sollen hier zusammenfinden – und wie soll der Wechsel zwischen ihnen für die Menschen funktionieren?
Welcher erste Schritt lässt sich ausprobieren?
Aus den drei Tagen nehmen wir einen praktischen Ansatz mit: Eine konkrete Aufgabe auswählen, früh einen Entwurf ausprobieren und die spätere Anbindung von Beginn an mitdenken.
Für einen solchen Start helfen drei Fragen:
- Welcher konkrete Ablauf soll für welche Menschen einfacher werden?
- Was müssen diese Menschen ausprobieren können, um die Idee zu beurteilen?
- Welche bestehenden Systeme und Angebote sollen damit zusammenarbeiten?
Unser Angebot aus den Tagungsgesprächen greifen wir gerne auf: Beschreiben Sie uns Ihren Anwendungsfall. Gemeinsam grenzen wir einen ersten Schritt ein und klären, wie schnell daraus ein klickbarer Entwurf entstehen kann. Bei überschaubaren Aufgaben kann dieser bereits erste nutzbare Funktionen enthalten.
Wir danken dem BeB und der Diakonie Ruhr für die herzliche Gastfreundschaft und drei Tage mit guten Fragen, offenen Gesprächen und konkreten Digitalisierungsideen.